Saturday, 6 February 2016

Good Neighbor Sam (1964)

Unlustige und unromantische romantische Komödie nach Schema F

Janet Lagerlof (Romy Schneider) erfährt, dass sie 15 Millionen von ihrem Grossvater erben soll – unter der Bedingung allerdings, dass sie eine stabile Ehe führt. Kein gutes Timing, da sie sich kürzlich erst von ihrem Mann getrennt hat. Da „leiht“ sich Janet kurzerhand Sam Bissell (Jack Lemmon), den Mann ihrer besten Freundin, aus. Dieser soll Janets Eheman mimen, bis die Erbschaft im Trockenen ist. So verstricken sich die beiden immer tiefer im Verwirrspiel …  

Wieder liefert David Swift (How to Succeed in Business Without Really Trying) eine lauwarme Komödie ab, die überhaupt nicht gut gealtert ist. Good Neighbour Sam ist eine Verwechslungs-Romcom, wie sie im Buche steht. Naturgemäss besteht der Plot fast nur aus dummen Missgeschicken und -verständnisen. Zu Beginn sieht es noch so aus, als würde wenigstens auf die typischen Eifersüchteleien („Mit meiner besten Freundin im selben Haus übernachten?!“) verzichtet. Doch mit zunehmender Laufzeit drängt sich das berechenbare Gekeife in den Vordergrund.

Der Slapstik-Anteil ist ausgesprochen hoch ausgefallen, und auch dieser wird nach einer Weile eintönig: Da stolpert man im Minutentakt über Geflügel, zerdeppert Möbel und fährt im Affenzahn durch die Innenstadt. Der Humor dieses Filmes ist gar einfach und monoton ausgefallen. Witzig ist allenfalls die Szene, in der Sam fälschlicherweise an eine Prostituierte gerät und plötzlich in Maler-Montur vor ihr steht. Die Prostituierte unterstellt ihm einen Fetisch à la Yves Klein und rennt kreischend davon.

Die Figuren gebärden sich sympathisch, aber letztlich sind sie uninteressant. Romy Schneider (Sissi) ist frohgemut und kokett. Jack Lemmon (Some Like It Hot) gibt den unschuldigen Tollpatsch von Nebenan, der an Maschinerien im Stile Tinguelys herum tüftelt. Auch Dorothy Provine (It's a Mad Mad Mad Mad World) kann ihrer Rolle als Bissells Ehefrau keine Konturen verleihen.

Good Neighbour Sam ist ein vorhersehbarer Schwank nach Schema F, der weder romantische noch komödiantische Funken verspürt. Noch dazu ist er überlang und unlogisch. Ein Film, der höchstens treuen Romy Schneider-Fans zu empfehlen ist.

3/10

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