Saturday, 6 February 2016

Friday the 13th (1980)

Spannender, plumper Pionierfilm des Slasher-Genres

Steve Christy (Peter Brouwer) heuert eine Handvoll Jugendliche an, um das Ferienlager Crystal Lake auf Vordermann zu bringen. In einer Woche soll das Camp seine Tore öffnen. Wie jeder andere aus dem Dorf weiss auch Christy, dass Crystal Lake keinen guten Ruf hat: Vor Jahren ist im See ein Junge ertrunken, und einige mysteriöse Tode haben sich auf dem Gelände ereignet. Als die sorglosen Jugendliche anreisen, ahnen sie nichts von den üblen Vorzeichen …

Sean Cunninghams Friday the 13th ist ein Slasher-Film, wie er im Buche steht. Alles ist da: von der Aussenwelt isolierte Jugendliche, ein irrer Massenmörder und blutige Todesszenen. Ob sich Cunningham und sein Drehbuchautor Victor Miller damit ein Denkmal gesetzt haben, auf das sie stolz sein können, ist sicher streitbar. Die verstrichene Zeit hat dem Film jedenfalls nicht gut getan. Nach der gefühlt tausendsten Aufbereitung dieses klassischen Schemas weicht die Spannung eben unweigerlich, und wir fühlen uns übersättigt.

Andererseits muss man zugeben, dass Cunninghams Inszenierung stellenweise mitten ins Schwarze trifft. Nach dem zähen Beginn nimmt die Handlung immer mehr Fahrt auf und enthüllt einige durchaus überraschende Schock-Momente. Die Atmosphäre des Films kommt vor allem durch den billigen, geerdeten Look zustande. In atmosphärischer Hinsicht muss sich Friday the 13th allerdings klar hinter anderen Genre-Pionieren wie Tobe Hoopers The Texas Chainsaw Massacre (1974) und John Carpenters Halloween (1978) einreihen. Mit ein bisschen mehr Blut ist es dann doch nicht getan … Wo die beiden genannten Filme ernst und beunruhigend waren, setzt Cunningham tendenziell eher auf makabere Plumpheit. Der Voyeurismus ist hier jedenfalls schon angelegt.

Da reissen die letzten zwanzig Minuten noch Einiges heraus. Die Begegnung mit dem Killer ist definitiv Höhepunkt des Films. Ganz am Ende serviert uns Miller dann noch so etwas wie einen Twist. Das ändert allerdings nicht viel: Friday the 13th ist und bleibt ein dreckiger, derber und platter Horrorfilm. Als solcher ist er ziemlich effektiv: Suspense kann man dem Streifen nicht absprechen. Trotzdem gab es Regisseure vor Cunningham, die mehr Fingerspitzengefühl und Klasse bewiesen haben. Hier gibt’s einfach eine mitten in die Fresse. Das mag auch seinen Reiz haben, nur der Wiederschauwert hält sich in Grenzen.

6/10

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